Jahreskreisfeste feiern - so gelingt es dir
- Lisa Maria

- 25. Aug.
- 5 Min. Lesezeit
Acht Feste. Acht Namen, die klingen wie ein Passwort, das man nicht kennt.
Samhain. Imbolc. Ostara. Beltane. Litha. Lughnasadh. Mabon. Yule.
Ich hab das das erste Mal gelesen und gedacht: Okay. Das lern ich nie.
Zu jedem Fest gibt es eigene Bräuche, eigene Farben, eigene Kräuter, eigene Gottheiten, eigene Symbole. Zu jedem Fest gibt es Menschen, die unterschiedliche Daten nennen. Und zu jedem Fest gibt es 9 verschiedene Beiträge, die dir erklären, was man machen darf und was man auf keinen Fall tun sollte. Lass mich dir den 10 Beitrag schreiben, in der Hoffnung dich weniger zu verwirren und endlich etwas "Klarheit" in dieses ganze Mysterium zu bringen.
Der Satz, der bei mir alles verändert hat
"Ich hab jahrelang gedacht, ich müsste erst alles wissen, bevor ich anfangen darf." Aber in Wirklichkeit musste ich nie acht verschiedene Feste lernen. Ich brauchte einen Ablauf, den ich achtmal im Jahr füllen kann. Das klingt banal. Es hat bei mir trotzdem einen Knoten gelöst, den ich Jahre mit mir rumgetragen hab. Weil es die ganze Aufgabe umdreht: Du lernst nicht acht Dinge. Du lernst ein Ding, und die Jahreszeit füllt es für dich.
Im Februar bringst du andere Dinge vom Spaziergang mit als im September. Im Mai schreibst du etwas anderes auf als im November. Der Ablauf bleibt gleich. Was reinkommt, wechselt von allein.
Die acht Jahreskreisfeste im Überblick
Erstmal die Landkarte. Damit du sie einmal gesehen hast und dann nicht mehr nachschlagen musst.
Und hier kommt schon der erste Punkt, an dem die meisten Beiträge dich in die Irre schicken.
Die acht Feste richten sich nicht alle nach einem festen Datum. Vier davon sind Sonnenfeste – die richten sich nach dem Stand der Sonne. Und vier sind Mondfeste – und die haben kein festes Kalenderdatum.
Samhain, Imbolc, Beltane, Lugnasadh sind astronomisch festgelegt. Deswegen wandern sie jedes Jahr um ein, zwei Tage – die Sonne hält sich eben nicht an unseren Kalender. Das ist kein Geheimwissen. Das ist Astronomie.
Wann | Worum es geht | |
Samhain | 11. Vollmond nach Yule → liegt im November | Jahresende, Ahninnen, Rückzug ins Dunkle |
Yule | ca. 21. Dez | Wintersonnenwende, längste Nacht, das Licht kehrt um |
Imbolc | 2. Vollmond nach Yule → liegt im Februar | erste Regung unter dem Schnee, Neubeginn im Stillen |
Ostara | ca. 20./21. März | Frühlings-Tagundnachtgleiche, Gleichgewicht, Aufbruch |
Beltane | 5. Vollmond nach Yule → liegt im Mai | Fülle, Lebendigkeit, Feuer |
Litha | ca. 21. Juni | Sommersonnenwende, Höhepunkt, längster Tag |
Lughnasadh | 8. Vollmond nach Yule → liegt im August | erste Ernte, erstes Einholen |
Mabon | ca. 21.–23. Sept | Herbst-Tagundnachtgleiche, zweite Ernte, Dank |
Du zählst also ab Yule. Immer drei Vollmonde weiter, und du bist beim nächsten Mondfest. Zwei, fünf, acht, elf. Kein Kalender nötig. Nur der Blick nach oben. Du liest trotzdem überall „Samhain ist am 31. Oktober" und „Beltane ist am 1. Mai". Diese Daten sind später draufgelegt worden.
Und jetzt wird es interessant
Schau dir mal an, was an diesen festen Daten heute im Kalender steht. Auf Samhain liegt Allerheiligen und Allerseelen. Auf Imbolc liegt Mariä Lichtmess. Auf Beltane liegt die Walpurgisnacht, benannt nach einer Heiligen. Auf Litha liegt Johanni. Und auf Yule, die längste Nacht des Jahres, liegt Weihnachten.
Acht Feste. Acht christliche Feiertage genau obendrauf.
Das ist kein Zufall. Die alten Feste waren da, die Menschen haben sie gefeiert – und was du nicht ausrotten kannst, das überschreibst du. Du gibst ihm einen neuen Namen, ein festes Datum, einen neuen Sinn. Und nach ein paar Generationen weiß keine mehr, was darunter liegt.
Das Datum wurde eingefroren. Der Mond wurde rausgerechnet. Und genau deshalb sitzt du heute an deinem Küchentisch und findest fünf verschiedene Meinungen: Weil das, was du liest, größtenteils die draufgelegte Version ist.
Wenn du also schon mal gedacht hast, du kennst dich einfach zu wenig aus – du kennst dich nicht zu wenig aus. Es wurde nur ziemlich gründlich zugedeckt. Du solltest vergessen...
Lassen wir die Kirche aber bitte im Dorf :-D Denn ich möchte keine weitere Datums-Diskussion eröffnen, das wird unter "Hexen" manchmal ganz schön wild. Solltest du am Vollmond nicht können, weil das Kind krank wird, es dir selbst nicht gut geht oder du auch einfach keine Lust hast, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass dir das Fest verzeiht, wenn du es erst zwei Tage später für dich zelebrierst.
So jetzt zum einfachen Teil des Ganzen :)
Der Ablauf – sechs Schritte, immer dieselben
So sieht es bei mir aus, egal welches Fest:
Draußen schauen. Was ist gerade los? Was blüht, was fällt ab, was riecht wie? Das erzählt dir zuverlässiger, wo im Rad wir stehen, als jeder Kalender.
Etwas mitbringen. Drei Dinge von draußen. Im November sind das andere als im Mai, und genau darum musst du nichts auswendig lernen.
Den Platz herrichten. Küchentisch, Fensterbank, ein Stück Boden. Frei räumen. Eine Kerze.
Ankommen. Der Schritt, den fast alle überspringen und der der wichtigste ist. Dein Kopf ist noch bei der Mail von heute Nachmittag. Du brauchst einen Moment, der deinem Körper sagt: Jetzt ist was anderes.
Fragen und hinhören. Karten, Runen, ein Pendel – oder einfach eine Frage und ein leeres Blatt. Worauf darf ich in den nächsten Wochen achten?
Zurückkommen. Auch das gehört dazu. Ein klares Ende, damit du nicht irgendwie ausfranst und zwei Stunden später mit dem Handy auf dem Sofa liegst.
Sechsmal dasselbe. Achtmal im Jahr.
Wie diese sechs Schritte im Detail aussehen – was du beim Ankommen genau machst, wie du fragst, wie du sauber zurückkommst – das hab ich Schritt für Schritt aufgeschrieben. Steht alles im Jahreskreis-Wegweiser, den du dir für 0 € ganz einfach downloaden kannst. Einfach auf den Link unter dem Bild klicken.

Warum das für ein feines Nervensystem so gut funktioniert
Weißt du, Jahreskreisfeste haben mich so überfordert, dass ich sie aus purer Überforderung nicht gefeiert habe. Wenn du fein gebaut bist, kennst du das: Jede neue Sache ist erstmal ein Reiz. Noch ein Programm, noch eine Anleitung, noch was, das du richtig machen musst.
Und dann fängst du nicht an. Weil dein System sagt: Reicht. Ich kann gerade nichts Neues.
Ein gleichbleibender Ablauf macht das Gegenteil. Beim ersten Mal ist er noch ungewohnt. Beim dritten Mal weiß dein Körper schon, was kommt. Beim sechsten Mal reicht das Kerzenanzünden, und du bist innerlich schon da.
Wiederholung gibt Sicherheit. Ein Trampelpfad entsteht, weil man ihn oft geht.
Deshalb feiere ich lieber achtmal schlicht als einmal perfekt.
Du bist nicht die Erste
Das ist der Teil, den ich am liebsten mag. Vor dir haben Tausende an genau diesem Punkt im Jahr innegehalten. Frauen an Küchentischen, an Feuern, in Küchen, die du nie sehen wirst. Meine U-Urroma. Ihre Ahninnen. Deine.
Die haben keine Ausbildung gehabt. Die haben die Ernte eingeholt, das Licht beobachtet, eine Kerze angezündet, gedankt und weitergemacht.
Dieses Wissen ist nie verschwunden. Es wurde nur zugedeckt – von Kirche, von Industrialisierung, von einem Kalender, der Montag und Sprint sagt, egal was draußen los ist.
Du grätschst da nicht rein. Du reihst dich ein.
Fang beim nächsten an, nicht beim ersten
Ein letzter Satz, weil er den meisten hilft: Du musst nicht bei Samhain anfangen, nur weil es das keltische Jahresende ist. Du fängst bei dem Fest an, das als Nächstes kommt. Wenn du das hier im September liest: Mabon. Im Oktober: Samhain. Im Dezember: Yule.
Das Rad dreht sich weiter, egal wo du einsteigst. Es kommt sowieso alles wieder.
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Ganz viel Spaß beim Feste feiern, viel Magie zu dir,
deine Lisa
PS: Du kannst ein Jahreskreisfest nicht falsch feiern. Du kannst es nur ungefeiert lassen.
Sag mir mal: Welches Fest zieht dich am meisten? Bei mir war es von Anfang an Samhain – und ich hab lange nicht verstanden, warum. ♡


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